Umverlegung des Hofheimer Wäldchestags

Bernd Wischert nimmt als Vorsitzender des IHH e.V. in einem Leserbrief an die lokale Presse Stellung zur Umverlegung des Wäldchestags auf den Samstag nach Pfingsten

„Nach 38 Jahren selbst geschaffener Tradition verlegt der IHH schweren Herzens den Wäldchestag auf den Samstag nach Pfingsten. Die Alternative wäre ein langsames Sterben über Jahre gewesen. Die wenigen Stunden am Abend rechtfertigten den Aufwand einfach nicht mehr. Andere Überlegungen führten in die Sackgasse. Schon am Pfingstmontag anzufangen hätte die Kirche (zu Recht) auf den Plan gerufen, von den Kosten mal abgesehen.

Dass die Verlegung auf den Samstag auf Kritik stoßen würde war uns klar. Unser erster Reflex auf diesen Vorschlag war denn auch: Das geht nicht. Bei näherer Überlegung änderte sich das Meinungsbild aber schnell, denn die Vorteile des Samstags liegen auf der Hand. Die Besucher können schon früher kommen und länger bleiben, da sie am nächsten Tag in der Regel ausschlafen können. Für die teilnehmenden Vereine als Standbetreiber wird die Organisation signifikant leichter und die Chance größer, dass am Ende für die Vereinskasse was übrig bleibt. Für die teilnehmenden professionellen Stände dreht sich das Risiko, finanziell drauflegen zu müssen, in die angenehmere Richtung – das erlaubt es uns als Organisatoren wiederum, leichter attraktive Angebote an uns binden zu können.

Der Hofheimer Wäldchestag wurde einst ins Leben gerufen, um die Stadt zu beleben und in der Region bekannter zu machen. Er war von Anfang an im engeren Sinne kein Wäldchestag, da die Hofheimer Innenstadt nun mal kein Wald ist … Dessen ungeachtet weiß man in der Region inzwischen sehr wohl, was der Hofheimer Wäldchestag ist und was man an ihm hat. Dieses Markenzeichen aus Gründen der „reinen Lehre“ aufzugeben erscheint mir nicht zielführend. Wir werden das Konzept jedenfalls soweit es geht beibehalten.

Was mir sehr leid tut, ist der Terminkonflikt mit der Maxemer Kerb. Die hatten wir in der Tat nicht auf dem Radar und es ist schade, dass wir dieser Traditionsveranstaltung in diesem Jahr in die Quere kommen. Das war ganz sicher nicht unsere Absicht. Die Äußerung, dass zeitgleich keine weiteren größeren Veranstaltungen stattfänden war (ungewollt!) unglücklich. Gleichwohl hoffe ich, dass sich die Maxemer nun erst recht angespornt fühlen, ihr eigenes Traditionsfest zu besuchen und dass auch diese Veranstaltung (die nicht nur am Samstag, sondern von Freitag bis Montag stattfindet) ein Erfolg wird. Vielleicht schafft der eine oder andere Besucher es ja auch, beides zu verbinden.

Unsere Grundproblematik beim IHH ist, so unterschiedlich die Vereine auch sein mögen, die gleiche wie die der Kerbegesellschaft: Nämlich eine attraktive Veranstaltung anbieten zu wollen ohne sich dabei finanziell ins eigene Fleisch zu schneiden. Ich hoffe, es kommt hier noch zu einem versöhnlichen Miteinander, wir haben jedenfalls inzwischen ein Treffen vereinbart.

Dass es Leute gibt, die es für verwerflich halten, Geld zu verdienen – sofern Andere es tun – damit ist zu leben. Dass so mancher Kommentar doch sehr nach aufgeblasenen Backen anmutet ist leider üblich. Sachliche Kritik trifft härter und ist zugleich produktiver. Richtig mies ist es in meinen Augen allerdings, Herrn Martin Buch persönlich anzugreifen. Dem bringt der Wäldchestag – ob am Dienstag oder am Samstag – wahrhaft nur Arbeit. Und davon jede Menge. Letztlich werden die Besucher darüber entscheiden, ob der Wäldchestag am neuen Termin zum Erfolg wird – nicht die Prinzipienreiter.

Bis dahin gilt: Jeder Leserbrief und jede Diskussion in dieser Angelegenheit helfen uns dabei, den neuen Termin ein Stückchen weiter ins Bewusstsein zu rücken.“